Strategies for site specific interventions in the historical architecture
of industrial buildings which have been converted into theaters
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abstract (english version below)
Nachdem die historische Avantgarde bereits mit der Vorherrschaft der Portalbühne brach und dafür die Raumkonfiguration radikal änderte, setzte in den 1960er Jahren ein erneuter Exodus aus den Theatergebäuden ein, in welchen strikte Vorgaben im Bezug auf das Verhältnis von Akteur und Zuschauer herrschte. Die Versuche der 68er Bewegung Theater fern von bürgerlichen Stadttheatern zu machen endeten aber oft mit der Uebernahme von herkömmlichen Intendanzen. In der Umnutzung ehemaliger Industriebauten zu Theatern seit den 1980er Jahren finden sich mögliche Auswege, um aus der traditionalistischen Theater- und Opernpraxis auszubrechen.
Im Dissertationsprojekt wird eine interdisziplinäre Sichtung und Analyse von exemplarischen in- und ausländischen Industriebauten vorgenommen, die zu Aufführungsorten umgewandelt wurden. Dabei geht es um Potenziale der Bewusstmachung und Vermittlung von Baugeschichte durch szenografische Strategien. Während Bauforschung und Denkmalpflege historische Schichtungen analytisch nachvollziehen und dokumentieren, vermag die Szenografie, über die künstlerisch-gestalterische Inszenierung und unter Verwendung narrativer, transformativer und medialer Elemente, sinnlich erfahrbare Lesarten von Räumen zu ermöglichen.
In der Analyse zahlreicher Umnutzungsprojekte zeigt sich, dass mehrheitlich die Hülle des Baus zum Träger neuer, nutzungsbedingter architektonischer Formen unter Vernachlässigung eines Baunarrativs wird. Die neue Bühnenmaschinerie wird in die alte Industriehalle eingepasst und der potenziell performative Raum (zwischen Baugeschichte und ephemerer Aufführung) auf eine pragmatische Nutzung und didaktische Informationsvermittlung über Tafeln und Publikationen reduziert. Beispiele, die im Detail analysiert werden sollen, eignen sich den historischen Ort über szenografische Strategien wie der Inszenierung von historischen oder eigens hergestellten Raumrequisiten an (Aufführungspraxis). In der Analyse von künstlerischen Installationen (Kunstpraxis), die sich mit der Historie eines Ortes befassen, sowie Fallbeispielen aus der Museums- und Ausstellungsszenografie (Ausstellungspraxis), sollen weitere Strategien im Hinblick auf ihr szenografisches Potenzial untersucht werden.
After the historical avantgarde broke with the tradition of the proscenium stage, radically changing theatrical space, an exodus out of the theatre and its spatial conventions separating audience and actors, takes place in the 1960s. The 1968 experiment led to conventional directorships. The conversion of former industrial buildings to theatres has opened up new avenues for theatre and opera performance.
This PhD thesis undertakes the interdisciplinary analysis of national and international industrial buildings, that have been converted into theatres or performance venues and looks at the potential for using scenographic strategies for building awareness of their architectural history. While architectural research and building preservation retrace and document historic layering, scenography enables a more sensual experiential reading of historical space through the use of narrative, transformative and media-based elements.
The analysis of a number of such conversion projects shows that, in most cases, the converted shell becomes the vessel for new architectural forms based purely on usage and narrative aspects are, in general, neglected. The new stage machinery is adjusted to fit the old industrial hall, and the potential performance space (between architectural history and ephemeral performance) is reduced to a pragmatic usage and the didactic presentation of information by plaques and publications. In some cases, worthy of further analysis and research, the historical aspect is picked up by the use of historical performance practice or props (performance practice). In the analysis of art installations (site specific) dealing with the history of a location or museum, and exhibition scenography (exhibition practice) more strategies may be be revealed.